Mittwoch, 12. Dezember 2018

Der Nikolaus in Borbeck

BORBECK. „Jede der Glocken hat einen eigenen Ton. Und wenn sie zusammenklingen, gibt es einen schönen, harmonischen Akkord“, wandte sich Susanne Asche am Mittwochabend, 5. Dezember, an die Großen und Kleinen, die sich auf dem Alten Markt vor dem Borbecker Glockenspiel versammelt hatten. „So soll es eben auch mit uns in Borbeck sein“, so die Vorsitzende des Borbecker Bürger- und Verkehrsvereins (BBVV) unter zustimmendem Applaus.

Neues Schild am Glockenspiel

Seit heute erinnert ein silbernes Schild an die Aufstellung des musikalischen Zeitanzeigers, der 1992 in Anwesenheit vom hl. Nikolaus persönlich in Betrieb genommen wurde. Seitdem sorgt das Glockenensemble für guten Klang in Essens größtem Stadtteil. Gestiftet wurde es damals von der Borbecker Bürgerschaft, wie das neue Schild ausweist. Und die Betriebskosten werden seitdem ebenfalls von Firmen und Banken übernommen, wie Susanne Asche dankbar feststellte. Mit zeitgenössischen Quellen erinnerte sie an den Aufwand, mit dem vor genau 26 Jahren das steinerne Denkmal beim ersten Mal zum Klingen gebracht wurde: Fackeltragende Schützen, Ansprachen und der Besuch des Bischofs aus Myra machten den Abend im Dezember 1992 zu einem schönen Fest. „Dankeschön, lieber Nikolaus“, gab spontan und selbstbewusst ein kleines Mädchen unter den Gästen ein Nikolauslied zum Besten – mit viel Beifall und mehr als passend.

Der Nikolaus kommt

Dass gleichzeitig die Erwartungen stiegen, war bereits an der Bühne vor dem Kirchplatz deutlich zu spüren. Denn aus der Initiative in jenen Jahren wurde ein inzwischen seit langem geübter Brauch: Wenn seine Zeit gekommen ist, lässt sich Nikolaus ganz persönlich sehen - eine schöne Initiative, die jedes Jahr vom Initiativkreis Borbeck (CeBo) übernommen wird. „Das ist sehr wichtig, dass ich immer am Abend vor dem Festtag auch nach Borbeck komme“, erklärte er vor der Menge strahlenden Kinderaugen. Der prächtig gewandete Bischof, im normalen Leben Boris Quest, nahm sofort alle für sich ein, sang mit der Menge und verwickelte vor allem die Kinder in ein lebendiges Gespräch. Und weil er wissen wollte, wie man seine hohe Mütze nennt, verwies er auf den hinter ihm in den blauschwarzen Himmel ragenden Kirchturm von St. Dionysius. Er hatte wohl nicht ganz damit gerechnet, dass dem Nachwuchs das Wort „Mitra“ natürlich bestens vertraut war. Wahrscheinlich hatten sie bereits auch schon die Stutenkerle im Blick, die Bäcker Siebers gerade anlieferte…